Aktionen

Der Obst- und Gartenbauverein Prien und Umgebung e.V. setzt sich für die Erhaltung der Gartenkultur und die Pflege der einmaligen Kulturlandschaft am westlichen Chiemsee-Ufer ein.

In infektionsfreien Jahren veranstalten wir zahlreiche Aktionen:

  • Maiandachten am Weinberg
  • Ortsteilbegehungen mit anschließendem Gartenfest
  • Mitwirkung bei den Ferienprogrammen der Gemeinden Prien und Rimsting
  • Zahlreiche Ausflüge und Versammlungen im Laufe des Jahres

Aktuell gehören dem Verein 426 Mitglieder an (Stand Mai 2022).

Vorstand

  • 1. Vorsitzender: Christian Steinbichler
  • 2. Vorsitzende: Christa Angerer
  • Kassier: Notburga Wlach
  • Schriftführerin: Sylvia Habl
  • Ausschussmitglieder:
    • Thomas Friedrich (für Rimsting)
    • Georg Rappel (für Greimharting)
    • Ernst Wörtz (für Prien)
  • Christian Steinbichler (Baumwart)
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Geschichte des Obst- und Gartenbauvereins Prien und Umgebung e.V.

Mit einer kleinen Chronik möchten wir einen Überblick geben von dem Anfang des Vereins im Jahr 1908 bis zu den Aktivitäten der letzten Jahre.
Vieles hat sich seither verändert – die Freude am Obst- und Gartenbau ist gleich geblieben.

Ein altes Kassenbuch lässt vermuten, dass im Jahr 1908 der Verein gegründet wurde. Nach diesen Aufzeichnungen hatte damals Lorenz Obermüller aus Leiten den Vorsitz inne, 2. Vorstand war Ökonomierat Isidor Bauer. Die Aufgabe des Kassiers nahm ein Herr Stoppel war, die des Schriftführers Bahninspektor Edmund Meindl. Als Beiratsmitglieder fungierten Franz Rappel aus Ernsdorf, Thomas Schuster, Kumpfmühle, und Benno Kirschner.

Bereits im Gründungsjahr verzeichnete der Verein 78 Mitglieder. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 50 Pfennig festgelegt.

1910 wurde erstmals eine Obstbaumsammelbestellung für die Mitglieder organisiert. Schon damals – wie heute auch – bezog man die Pflanzen aus dem oberfränkischen Baumschulgebiet im Landkreis Forchheim. Ein Hochstamm kostete damals eine Mark, heute ca. 20 Euro.

Als erste Anschaffung diente den Vereinsmitgliedern ab 1910 ein Einweckapparat. Stationiert bei Familie Stöttner im Gries, konnte der Apparat von den Mitgliedern ausgeliehen werden.

Während des 1. Weltkrieges lief die Vereinstätigkeit voll weiter, allerdings mit anderen Schwerpunkten. Im Dezember 1914 organisierte der Verein den Versand von Obst für die Soldaten an der Front. Ab dem Folgejahr gingen auch regelmäßig Obstlieferungen an die Suppenschule Prien.
1920 richtete der Verein eine Kelterei ein. Für den Obstweinverkauf und das Mosten auf Lohnbasis waren in diesem Jahr 498,74 Mark an das Steueramt Prien zu verrichten.

Am 8. November 1922 gründete die Obstverwertung mit 27 Gründungsmitgliedern eine eigene Genossenschaft.

Die Inflation machte auch vor den Vereinen nicht Halt. Belief sich im Jahre 1921 der Mitgliedsbeitrag noch auf 2 Mark, so stieg er bis 1923 auf 300 Mark an. Erst 1924 normalisierte sich das Kassenwesen wieder auf 1 Mark Jahresbeitrag.

Die geplante Anschaffung eines Dörrofens machte die Inflation zunichte. Wegen der auf eine Milliarde Mark angestiegenen Kosten konnte er nicht finanziert werden.

Die Jahre 1927 bis 1929 stellten für den heimischen Obstbau schwere Krisenjahre dar.

  • 11.06.1927: schwerste Hagelschläge seit Menschengedenken.
  • 22.05.1928: strenge Nachtfröste während der Hauptblüte vernichteten vorzeitig den Großteil der Ernte.
  • Winter 1928/29: langanhaltende sibirische Kälte lässt in Prien und Umgebung rund 1.100 Obstbäume, vor allem Zwetschgen, erfrieren.

Diese drei Krisenjahre veranlassten viele Mitglieder aus dem Verein auszutreten. Sie sahen im Obstbau keine Zukunft mehr. Zuvor zählte der Verein 157 Mitglieder, im Jahre 1930 nur noch 96.

1930 führte der Obst- und Gartenbauverein seine erste Meisen-Nistkasten-Aktion durch. Mit 115 verkauften Kästen ein beachtlicher Erfolg.

In der Jahresversammlung 1933 sprach man erstmals über Möglichkeiten der Hagelabwehr.

Nach 25-jähriger Tätigkeit als Vereinsvorstand legte Lorenz Obermüller sen. sein Amt nieder. Zum Nachfolger wählte die Versammlung seinen Sohn, Lenz Obermüller junior.

Schon vor Corona gab es Gründe, warum keine Jahresversammlung stattfinden konnte. 1938 fiel sie erstmals in der Vereinsgeschichte aus. Der Grund: Das allgemeine Versammlungsverbot wegen der verbreitet auftretenden Maul- und Klauenseuche.

Während im 1. Weltkrieg das Vereinsleben nur unbedeutend eingeschränkt war, ruhte es von 1942 bis 1947 vollkommen.

Am 14. Dezember 1947 wurde der Verein neu lizensiert. 1949 wird Schorsch Deutinger Kassier und der erste Gartenpfleger des Vereins.

Das Vereinsleben und die Jahresversammlungen drehten sich bislang vorrangig um den Obstanbau. In der Jahresversammlung sprach man 1953 ganz neu auch über Blumenschmuck. Der damalige Kreisfachberater, Amtmann Westermeier, stellte dabei die Inntalgemeinden, besonders Neubeuern, als Vorbilder heraus.

1953 ist auch das Geburtsjahr des mehrtägigen Vereinsausflugs. Ziel war der Bodensee. Bis zu seinem Tod im Jahr 1977 organisierte Kassier Schorsch Deutinger diese Ausflüge, später übernahm seine Tochter, Hedwig Zobel, diese Aufgabe.

1965 trat bei den Neuwahlen Vorstand Lenz Obermüller nach 32-jähriger Tätigkeit nicht mehr an. Sein Nachfolger wurde Lenz Scheck („da Birke Lenz“) aus Weisham, der dieses Amt 16 Jahre lang ausfüllte. Vorher war er bereits 33 Jahre als Schriftführer tätig.

Bei den Neuwahlen 1981 wird der Priener Günther Krumrey, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Den 2. Vorsitz übernimmt Sepp Niedermayer aus Ernsdorf, das Amt des Kassier Gregor Fuchs, Prien, und das der Schriftführerin Thilde Herzinger, Prien.

Am 13. September 1983 feierte der Verein im Beisein vieler Ehrengäste im Großen Kursaal sein 75-jähriges Gründungsjubiläum. Den Festvortrag hielt der Geschäftsführer des Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege, Horst Schindler. Als Hauptaufgaben der Gartenbauvereine stellt er heraus: Förderung des heimischen Obst- und Gartenbaus, Verantwortung für den Blumenschmuck, Erhaltung des Landschaftsbildes und Mitwirkung bei der Ortsgestaltung.

Auf Anregung von Beirat Otto Haas aus Rimsting änderte der Verein seinen Namen in Obst- und Gartenbauverein Prien und Umgebung. Eine durchaus berechtigte Umbenennung, da viele Mitglieder aus den Gemeinden Rimsting und Bernau stammen.

1985 legt der Verein einen Weinberg mit 77 Rebstöcken und Errichtung eines Bildstöckls zu Ehren des Weinheiligen St. Urban auf einem Grundstück des Landwirts Hans Wallner an. Die Idee dazu stammte vom damaligen Kurdirektor Peter Donauer. Der Weinbauverein Randersacker unter Vorstand Hubert Göbel übernahm die Patenschaft für unseren Weinbau.

1987: Bepflanzung von acht Feldkreuzen: Der Landkreis finanzierte die Bäume und Sträucher (Linden, Eichen, Walnuß, Rotdorn, Kletterrose), die Pflanzarbeit übernahm der Verein.

1988 erfolgte die Anlage einer Vogelschutzhecke am Moosweg in Ernsdorf. 160 Gehölze von 23 verschiedenen Arten bieten seither Unterschlupf für Vögel, Kleintiere, Schmetterlinge und Insekten.

Pflanzung Wildhecke 1988

Pflanzung der Wildhecke im Jahr 1988

1989 errichteten Vereinsmitglieder einen Heil- und Gewürzkräutergarten im Bereich des Klosters Frauenchiemsee. Leider ist der Garten seit 1999 nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Am 30. September 1989 darf der Verein den 1. Preis im Wettbewerb „Unseren Lebensraum naturbewusst gestalten“ entgegennehmen. Bei der Siegerehrung in Straubing war der Verein mit einer 47-köpfigen Delegation anwesend. Der damalige Landwirtschaftsminister Hans Maurer überreichte uns in der Gäubodenhalle im Rahmen der Landesgartenschau Siegerschale und Urkunde.

Vorstand Gartenbauverein Prien 1992

1992. Von links:  1. Vorstand Günter Krumrey und 2. Vorstand Josef Niedermeier

1993 erfolgte die Anlage des Obst- und Kulturwegs Ratzinger Höhe. Gemeinsam mit dem Nachbarverein Hirnsberg-Pietzing pflanzten wir über 300 Obstbäume und beschilderten sie namentlich.

Im Laufe der nächsten Jahre wurden neben dem bereits bestehenden Bildstöckl von St. Urban am Weinberg am Weg fünf weitere Bildstöckl errichtet: drei zu Ehren der Ortsheiligen – Katharina (Prien), Nikolaus (Rimsting) und Leonhard (Greimharting) – sowie zwei zu Ehren von Heiligen, die von den „Gartlern“ verehrt werden: Gertraud und Hildegard von Bingen.
Der weithin bekannte Priener Künstler Konrad Huber malte die dazu gehörigen Bilder und stellte sie dem Verein kostenlos zur Verfügung.

1997 erfolgte die Anlage des Rafenauer Weihers: Dank umfangreicher Spenden und intensiver Mitarbeit der Mitglieder und einiger Firmen fielen die für die Gemeinde anfallenden Kosten sehr gering aus.

1998 fand die erste Mostprämierung im Gasthaus Werndl zu Greimharting statt. Diese Veranstaltung wird seither in zweijährigem Turnus durchgeführt.

Im gleichen Jahr wird der Gartenbauverein vom Amtsgericht Rosenheim als eingetragener Verein (e.V.) anerkannt.

Im Rahmen einer Feier wird 1999 am Rafenauer Weiher zur Erinnerung an die „Lausbubengeschichten“ von Ludwig Thoma ein Lausbuben-Denkmal eingeweiht. Erfreulich war dabei die zahlreiche Beteiligung von Lehrern und Schülern des Ludwig-Thoma-Gymnasiums.

2000 tritt zum ersten Male der Feuerbrand, eine gefürchtete Pilzinfektion der Obstbäume, im Vereinsgebiet auf.

2001 findet die Werbeaktion für die Priener Lokalsorte „Georgi-Apfel“ statt. Über die Baumschule Ganslmeier in Rott am Inn konnten wir 67 Bäume dieser Sorte beziehen und an Mitglieder weitervermitteln.

2005 ist Premiere für den „Tag des heimischen Obstes“ am Rimstinger Rathausvorplatz und dem angrenzenden Friedrich-Stadl. Diese Veranstaltung fand eine solch große Resonanz, dass sie seitdem alljährlich im Herbst durchgeführt wird.

Bei den Neuwahl 2010 formierten sich der Vorstand unter dem 1. Vorsitzenden Felix Perl, 2. Vorsitzenden Ernst Wörtz, Kassier: Rupert Demmelmeir, Schriftführerin: Notburga Wlach sowie den Ausschussmitglieder Renate Haas (für Rimsting), Irmgard Adamer (für Greimharting), Christa Angerer (für Prien) und Christian Steinbichler (Baumwart).

Bei den Neuwahlen 2014 schied Kassier Rupert Demmelmeir aus, sein Amt übernahm Christa Angerer. Neues Ausschuss-Mitglied wurde Elisabeth Stephan, die 2018 ausschied. Dafür rückte Sylvia Habl als neues Ausschussmitglied für Prien nach.

2019 nahmen zahlreiche Mitglieder am erstmaligen Weidenflechtkurs teil.

2020 fanden Kräuterwanderungen und eine Apfelwanderung, ebenfalls mit zahlreichen Teilnehmern, statt.

Im Mai 2021 pflanzten Mitglieder den vereinseigenen Weinberg mit rund 100 Stecklingen pilzresistenter Sorten neu. Im Juli 2021 konnte er von Pfarrer Klaus Hofstetter eingeweiht und gesegnet werden.

Aufgrund der herrschenden Corona-Pandemie mussten die meisten vorgesehenen Veranstaltungen und Angebote in den beiden vergangenen Jahren leider ausfallen. Der Schutz aller geht vor!